
„Wenn Sucht die ganze Familie betrifft“
Suchttherapeutin Larissa Hornig referierte bei der DRK-Selbsthilfe
Den Angehörigen von Menschen mit einer Suchtmittelabhängigkeit fehle häufig eine den Erkrankten gleichgestellte Wahrnehmung, obwohl sie organischer Teil des Teufelskreises seien, erläuterte die Suchttherapeutin Dr. Larissa Hornig. Es fehle an ausreichenden Angeboten. Kürzlich war sie Gast im Selbsthilfezentrum des Roten Kreuzes in Erbach gewesen. „Diesen Menschen müsste ein Anspruch auf Beratung garantiert werden, schließlich sind sie unfreiwillig Teil des Systems Sucht geworden.“
Anhand einer Präsentation zeigte Hornig, wie sich innerfamiliäre Beziehungen nachteilig entwickeln können. Die belastenden Situationen führten oft zu Hilflosigkeit. Das nahe Umfeld der Erkrankten habe einen Anspruch auf Einzel- oder Paargespräche sowie auf unterstützende Seminare. Doch die Wege bis zu einer Bewilligung über die Krankenkassen seien oftmals sehr strapaziös. Es dauere auch lange, bis sich Angehörige dazu entscheiden, sich Hilfe zu holen. Angst vor einer Stigmatisierung sei einer der Gründe.
In den Selbsthilfegruppen finde man jedoch eine wichtige Stütze. Hornig plädiert für die Entlastung von Angehörigen, empfiehlt diesen, ihre eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht zu lassen. Hierzu zähle ein gutes Verständnis der Suchterkrankung, aber auch das Setzen von Grenzen mit möglichen Konsequenzen. „Diskutieren oder Verhandeln darf nicht zum Inhalt der Gespräche werden“, mahnte die Wissenschaftlerin.
Bei Kindern aus Familien mit Alkoholproblemen sei die Gefahr der Entwicklung einer Angststörung groß. Man dürfe niedie Selbstfürsorge vergessen. Sucht gehöre in der Gesellschaft endlich enttabuisiert. Nur so sei es möglich, ohne Scham auch die Öffentlichkeit einzubeziehen.
Wenige Angehörige wüssten, dass der Kontakt und die Gespräche bei einer Suchtberatungsstelle kostenfrei seien. Auch bei der psychotherapeutischen Unterstützung mangele es an Möglichkeiten und freien Kapazitäten. „Erste Ansprechpartner sind die Hausärzte, Suchttherapeuten und natürlich die Selbsthilfegruppen“, schloss Hornig ihren Vortrag.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen.
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Wir bedanken uns bei der AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen, die diesen Informationsabend bei freiem Eintritt durch die finanzielle Förderung ermöglicht hat.

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