
Depression und Suizidabsichten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Fachvorträge und Gründung einer DRK-Selbsthilfegruppe für Eltern
Das DRK-Selbsthilfenzentrum in Erbach markierte mit einer Auftaktveranstaltung den Start einer neuen Selbsthilfegruppe für Eltern depressiver/suizidaler Kinder.
Die ernstzunehmende Erkrankung tritt auch häufig bei Kindern und Jugendlichen auf. Dabei gibt es verschiedene Schweregrade. „Allen gemeinsam ist, dass man die betreffenden Patienten in ihrem seelischen Leid nicht alleine lassen darf“, untermauerte Theresa Nußbauer-Tietz am 10. Juni 2026 bei einem Vortrag beim Roten Kreuz in Erbach. Zur Erläuterung: Schlechte Laune, eine kurze Verstimmung oder vorübergehende anlassbedingte Traurigkeit sind etwas völlig anderes. Bei einer schweren Depression verliert man den Mut, grübelt und verfällt dem hoffnungslosen Zweifeln an sich selbst.
Moderne Medikamente helfen
Die studierte Sozialpädagogin arbeitet schon lange als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Zurückziehen und Teilnahmslosigkeit können Symptome sein. Depressionen sind belastend und können gefährlich werden, unter Umständen auch lebensgefährlich. Freude wird zum Fremdwort. „Häufig gibt es eine genetische Veranlagung. Moderne Medikamente können helfen, die Erkrankten sich wieder spüren zu lassen und ihre verlorengegangen Emotionen zu reaktivieren. Das Krankheitsbild ist oft sehr gut behandelbar“, ergänzte Dr. Stefan Ries, Facharzt für Neurologie mit viel praktischer Erfahrung in der Psychiatrie.
Dabei müsse man, entgegen landläufiger Ansichten, wissen, dass diese Mittel nicht abhängig machen und auch die Persönlichkeit keinesfalls verändern. „Die schwere Depression ist eine der furchtbarsten Krankheiten und tut wesentlich mehr weh wie ein Beinbruch. Denn man sieht sie nicht immer.“
Im Akutfall: 112
Kinder und Jugendliche seien häufig betroffen und benötigten Fachpersonal für eine Besserung der Symptome. Dabei plädierten beide für eine zweigleisige Behandlung aus unterstützender Psychotherapie und Medikamenten, um die Biochemie wieder zu richten. „Sollten Selbstmorddrohungen geäußert werden, bedarf es eines Klinikaufenthaltes. Auch sollte man sich in einer Akutphase nicht scheuen, die Notrufnummer 112 zu wählen“, sagte die Therapeutin, die auch an Schulen unterwegs ist, um Schüler und Lehrpersonal für das wichtige Thema zu sensibilisieren. Bei dem Verdacht auf eine Depression könne man auch gerne zur ersten Einschätzung den Kinderarzt informieren.
Jeder könne an einer Depression erkranken, niemand sei gefeit davor. Wichtig sei, dass man darüber spreche, sich kundtue und sich nicht in Scham verkrieche. Schließlich sei die Depression ein Leiden, das aus der Verborgenheit an die Öffentlichkeit treten müsse. Dies sei ein Schritt, um die Patienten aus der Dunkelheit wieder ins Licht zu führen.
Neue DRK-Selbsthilfegruppe für Angehörige
In der neu gegründeten DRK-Selbsthilfegruppe treffen sich ab Juli regelmäßig Eltern von depressiven/suizidalen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um Ängste und Herausforderungen miteinander zu teilen. Hier geht es nicht um perfekte Antworten, sondern um ehrlichen Austausch über die Depression – ihre Auswirkungen auf das Kind, die Familie und das eigene Leben. Wir sprechen offen über Hilfsangebote, Therapiemöglichkeiten und Strategien, um den Alltag zu bewältigen. Vor allem aber geben wir uns gegenseitig das, was in solchen Momenten am wichtigsten ist: Verständnis und den Mut, nicht aufzugeben.
Monatliche Treffen
Jeden zweiten Dienstag im Monat
- Die monatlichen Treffen finden jeden zweiten Dienstag im Monat von 19:00 – 20:30 Uhr statt.
- DRK-Selbsthilfezentrum Erbach, Bahnstraße 43 (Eingang Alte Poststraße)
- Die Gruppe trifft sich am 14. Juli 2026 das erste Mal.
Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Teilnahme und Redebeiträge sind freiwillig. Die Inhalte der Treffen werden streng vertraulich behandelt. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Gruppenseite: Eltern depressiver/suizidaler Kinder
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Wir sind für Sie da!
Sie können unsere Selbsthilfegruppen ohne Anmeldung besuchen. Gerne bieten wir Ihnen aber auf Ihren Wunsch die Möglichkeit eines Vorgesprächs an. Auch bei allen anderen Anliegen rund um die Angebote des DRK-Selbsthilfezentrums finden Sie bei uns ein offenes Ohr. Ihre persönliche Ansprechpartnerin ist Frau Friedel Weyrauch.
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