Gesprächskreis Trauer

Beim Tod eines geliebten Menschen erfahren wir, was Tod ist. Dieses Todeserlebnis widerfährt uns, trifft uns, lässt uns zweifeln an uns und an allem, was wir bisher für selbstverständlich gehalten haben. Es erschüttert nicht nur unser Welt- und Selbstverständnis, es zwingt uns zur Wandlung – ob wir wollen oder nicht.

Stirbt ein geliebter Mensch, so stirbt ein Teil in uns mit. Es wird uns kaum je so radikal bewusst wie beim Tod eines geliebten Menschen, in welchem Maß wir uns aus unseren Beziehungen zu anderen Menschen und Dingen verstehen und erfahren, in welchem Maß der Tod einer solchen Beziehung uns aufbricht und eine Neuorientierung verlangt.

In unserem Alltag wirken trauernde Menschen beklemmend und störend, weil wir verlernt haben zu trauern. Fehlende menschliche Nähe, Gemeinschaftsgefühl, Verständnis und Zuwendung lassen uns vereinsamen und krank werden. Ausnahmesituationen durch Trennung und Trauer können oft nicht mehr in der Familie aufgefangen werden. Viele Menschen bleiben mit ihrer Angst, mit dem Schmerz und ihrer Hilflosigkeit allein.

Angehörige, Freunde und Bekannte haben auch Angst auf die Trauernden zuzugehen, wissen oft nicht, was angemessen ist. Aus dieser Angst heraus lässt man es lieber und die Trauernden werden abgeschottet, weil man sie ja in Ruhe lassen will, immer einsamer und sie fühlen sich im Stich gelassen. Trauernde sind meist sich selbst überlassen, isoliert und einsam.

Dies erfahren täglich viele Menschen und deshalb wurde unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes ein Gesprächskreis Trauer mit dem Vortrag von Frau Ursula Meyer-Weber zu den Trauerphasen gestartet. Die vielen Menschen, die diesen Vortrag besuchten zeigten uns, wie wichtig es ist, einen geschützten Ort anzubieten, wo man sich zuhört, weinen darf, verzweifelt sein darf, aber auch wieder Hoffnung schöpfen kann, dass es irgendwann einmal leichter und heller in uns wird. Ein Teil von uns ist mit gestorben und das lässt sich durch nichts ersetzen.

Zur Trauerarbeit wird also auch gehören, unsere vielfältigen Gefühle wie Hoffnungs- und Ruhelosigkeit, Angst, Schuldgefühle und Hass auszudrücken, zu verstehen und zu verarbeiten. Die Menschen in dem Gesprächskreis müssen sich damit nicht mehr alleine fühlen. Sie können sich gegenseitig helfen, das Leid teilen und mittragen, sich beistehen und Mut machen. So kann es leichter werden, die Zeit, die die Trauer braucht sich auch zu nehmen, den Toten zu verabschieden, die Trennung und den eigenen Schmerz zu überwinden, so dass die Öffnung zum Leben wieder möglich wird.

Wann & Wo?

DRK: Jeden letzten Mittwoch im Monat von 17–18.30 Uhr, DRK-Selbsthilfezentrum, Bahnstraße 43 (ehemaliges VHS Gebäude, Eingang Alte Poststraße), Erbach.

Gut zu wissen:

Die Treffen sind kostenlos und für Interessierte und Betroffene offen.

Einzelgespräche sind nach vorheriger telefonischer Vereinbarung (0162-2578112) möglich!

 

Friedel Weyrauch

0162-2578112 oder 06062 607601

selbsthilfe@drk-odenwaldkreis.de

Tanja Kuba

0170-8311313

tanja.kuba79@gmx.de

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